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Wanderweg (T1–T2)

Emmental: Wanderungen über Napf, Lüderenalp und Lueg

Rundwanderung ab Fankhaus auf den Napf (1406 m), Höhenweg ab der Lüderenalp, Lueg und Moosegg: Gehzeiten, Markierung und Busse ins Napfbergland.

Von der Redaktion schweiz-reise.ch, veröffentlicht am , 7 Min. Lesezeit.

Hof auf einer Weidekuppe bei der Lüderenalp, umgeben von herbstlichem Wald im Emmental
Foto: Fabian Betto / Unsplash

Das Napfbergland ist kein Hochgebirge, sondern ein Gewirr aus Hügelrücken und schroffen Gräben. Die Wege laufen oben auf den Eggen, den schmalen Kreten zwischen zwei Tälern, oft über Weiden und durch Wald. Wanderungen im Emmental heissen deshalb: viel Auf und Ab, wenig Höhe und eine Aussicht, die bei klarem Wetter vom Jura bis zu den Berner Alpen reicht. Den höchsten Punkt dieser Landschaft erreichst du nur zu Fuss.

Die Napf-Runde ab Fankhaus

Fankhaus ist die Endhaltestelle der Buslinie 284 hinter Trub, und das macht die Runde so praktisch: Du brauchst keinen Wanderbus, der nur am Wochenende fährt. Ab Bern bist du mit dem Regionalexpress bis Trubschachen und dem Anschlussbus in rund 50 Minuten am Start.

Die Runde führt grösstenteils über Truber Boden. Vom Schulhaus steigt der Weg über das Grüebli durch Wald und Wiesen zum Grat hinauf und folgt ihm bis auf den Napf. Oben steht das Berghotel mit seiner Terrasse, und von hier reicht der Blick vom Jura im Norden über die Berner Alpen bis zu den Gipfeln der Zentralschweiz. Nachts siehst du von oben die Lichter auf dem Jungfraujoch, dem Weissenstein und dem Stockhorn.

Auf dem Rückweg gehst du unterhalb des Hängst zur Alpwirtschaft Stächelegg, dann wieder auf dem Grat bis zum Kampenknubel. Unter der Rotegg vorbei steigst du über den Chrüzbode nach Fankhaus ab.

Die Berner Wanderwege stufen die Tour als mittelschwer ein. Mit 15,6 km und 880 Höhenmetern im ständigen Auf und Ab ist sie ein voller Wandertag. Im Napfgebiet lebt das Auerhuhn; bleib auf den Wegen, besonders im Wald.

Einkehr und Übernachtung auf dem Gipfel

Das Restaurant des Berghotels Napf ist montags von 9 bis 17 Uhr, dienstags bis samstags von 8 bis 22 Uhr und sonntags von 8 bis 18 Uhr geöffnet; kurzfristige Änderungen stehen zuoberst auf der Website des Hotels. Dazu gibt es das «Hüsli» mit Kaffee, Getränken und Snacks zur Selbstbedienung, auch wenn die Gaststube geschlossen ist. Übernachten kannst du in Zimmern oder im Touristenlager (ab CHF 52 pro Person, Stand 2026), ab Mitte Oktober nur noch mittwochs, freitags und samstags.

Weitere Wege auf den Napf

Von der Mettlenalp. Der kürzeste Aufstieg dauert rund 50 Minuten. Die Mettlenalp liegt im Fankhausgraben und wird vom Wanderbus 284 ab Trubschachen angefahren, aber nur an Wochenenden und Feiertagen von Mai bis Anfang November. Zurück fährt am Nachmittag ein einziger Kurs.

Von der Lüderenalp. Die Höhenwanderung von der Lüderenalp über den Napf zur Mettlenalp nennen die Emmentaler Touristiker eine der schönsten der Region. Sie führt über Hohmatt Gätterli, Hochänzialp und Niederänzi zum Gipfel. Der Pfad ist schmal und verläuft meist in Gratnähe; der Abstieg zur Mettlenalp ist steil. Mit dem Abstecher zum Aussichtspunkt Ober Rafrüti kommst du auf 13,3 km, 740 Meter Aufstieg und 828 Meter Abstieg. Zur Lüderenalp fährt der Bus 285 ab Langnau in 25 Minuten, ebenfalls nur an Wochenenden und Feiertagen in der Saison. Einkehren kannst du unter anderem in der Lushütte und in Niederänzi.

Von der Luzerner Seite. Ab Luthern Bad und ab Holzwegen bei Romoos dauert der Aufstieg je rund 1 h 45 min. Über den Napf läuft auch der Grenzpfad Napfbergland, der auf 85 km der Kantonsgrenze zwischen Bern und Luzern folgt, vom Kloster St. Urban bis aufs Brienzer Rothorn oberhalb von Sörenberg.

Lueg und Moosegg: kürzere Touren

Weiter nördlich und westlich liegen die Wege tiefer, die Anreise ist kürzer, und Bus oder Bahn fahren an jedem Tag.

Tour Start Gehzeit Markierung Saison
Rundwanderung Fankhaus–Napf–Fankhaus Fankhaus (Trub), Schulhaus 5 h 15 min Wanderweg (T1–T2) Mai bis Oktober, Bus ganzjährig
Mettlenalp–Napf Mettlenalp (Napf) 50 min (Aufstieg) Wanderweg (T1–T2) Mai bis Anfang November, Bus nur Sa/So
Trub–Napf–Mettlenalp Trub, Löwenplatz 3 h 50 min Wanderweg (T1–T2) Mai bis Anfang November, Bus nur Sa/So
Lüderenalp–Napf–Mettlenalp Lüderenalp 4 h bis 4 h 50 min Wanderweg (T1–T2) Mai bis Anfang November, Bus nur Sa/So
Affoltern–Lueg–Hasle-Rüegsau Affoltern i. E., Dorf 3 h 25 min Wanderweg (T1–T2) Bus ganzjährig
Emmenmatt–Moosegg–Blasenfluh–Grosshöchstetten Emmenmatt, Bahnhof 3 h 50 min Wanderweg (T1–T2) Bahn ganzjährig

Die Lueg über Affoltern

Die Lueg auf 888 Metern war früher Mobilmachungsplatz und Hochwacht für Alarmfeuer, heute steht dort das Kavallerie-Denkmal. Die Tour beginnt bei der Schaukäserei in Affoltern und kreuzt beim Junkholz den Jakobsweg. Danach geht es am Landgasthof Lueg vorbei stetig bergab über die Aussichtspunkte Rachisberg und Otzenberg und über die Emme zum Bahnhof Hasle-Rüegsau: 12,8 km, 250 Meter hinauf und 490 hinunter. Ab Bern bist du mit S4 und Bus 471 in knapp einer Stunde am Start.

Länger ist die Variante ab Huttwil über Dürrenroth und Häusernmoos, teils auf der Via Jacobi, mit rund vier Stunden.

Moosegg und Blasenfluh

Ab dem Bahnhof Emmenmatt folgst du dem Alpenpanoramaweg Nr. 3 über die Blasenegg auf den Gratrücken und zum Gasthof Waldhäusern auf der Moosegg. Kurz und streng ist danach der Aufstieg auf die bewaldete Blasenfluh, von der du über die Höhenzüge bis ins Oberaargau siehst. Über Blasen und Möschberg steigst du nach Grosshöchstetten ab.

Anreise mit Bahn und Bus

Ab Bern fährt der Regionalexpress in knapp 30 Minuten nach Langnau, die S2 über Emmenmatt in rund 40 Minuten, die S4 über Burgdorf, Hasle-Rüegsau und Zollbrück. Ab Luzern erreichst du Trubschachen und Langnau mit der S6 durchs Entlebuch in rund einer Stunde; ab Zürich und Basel steigst du in Bern oder Luzern um.

Ganzjährig fahren der Bus 284 von Trubschachen nach Trub und Fankhaus und der Bus 471 nach Affoltern. Saisonal fahren die Wanderbusse der BLS: der 285 ab Langnau zur Lüderenalp und der 284 bis zur Mettlenalp, beide nur samstags, sonntags und an Feiertagen von Mai bis Anfang November. Ausserhalb dieser Zeit ist die Runde ab Fankhaus der verlässliche Weg auf den Napf.

Was die gelbe Markierung bedeutet, erklärt der Beitrag zu den Wanderwegen der Schweiz; weitere Ideen für die Jahreszeit sammeln die Herbstwanderungen in der Schweiz.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Napf?

Der Napfgipfel liegt auf 1406 Metern über Meer und ist damit der höchste Aussichtspunkt zwischen Emmental und Entlebuch. Er liegt auf Gemeindegebiet von Trub im Kanton Bern, unmittelbar an der Grenze zum Kanton Luzern.

Kann man mit dem Auto oder einer Bahn auf den Napf?

Nein. Zum Gipfel führen weder eine Strasse noch eine Bahn, das Berghotel erreichst du nur zu Fuss oder mit dem Mountainbike. Der kürzeste Weg beginnt auf der Mettlenalp und dauert rund 50 Minuten.

Welche Napf-Wanderung eignet sich ausserhalb der Wanderbus-Saison?

Die Runde ab Fankhaus. Der Bus 284 fährt ganzjährig bis zum Schulhaus, und du kehrst zum Ausgangspunkt zurück, statt auf einen einzelnen Nachmittagskurs angewiesen zu sein. Auf dem Gipfel bietet das «Hüsli» Getränke und Snacks, auch wenn die Gaststube zu ist.

Busfahrpläne und Öffnungszeiten: Stand Oktober 2026.

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