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Bergwanderweg (T2–T3)

Stockhorn zu Fuss und mit der Bahn: Wanderung über zwei Bergseen

Wanderung am Stockhorn ab Chrindi: die Runde über zwei Bergseen und den Gipfel, die kurze Seenrunde und der Höhenweg ab Gurnigel, mit Gehzeit und Bahnzeiten.

Von der Redaktion schweiz-reise.ch, veröffentlicht am , 7 Min. Lesezeit.

Das Stockhorn mit seiner markanten Spitze über dem Ufer des Thunersees
Foto: Johnson Hung / Unsplash

Das Stockhorn ist mit 2190 Metern der Hausberg der Thuner, bekannt für seine Gestalt, seinen Pflanzenreichtum und eine Fernsicht, die bis zum Jura reicht. Die Luftseilbahn ab Erlenbach macht ihn zum Ausflugsberg für jedes Alter. Wer ihn zu Fuss kennenlernen will, fährt nur bis zur Hälfte und läuft den Rest selbst. Dort unten, auf rund 1600 Metern, liegen zwei Bergseen, die man vom Gipfel aus nur als grünblaue Flecken sieht.

Die Runde über Oberstockensee und Gipfel

Gleich hinter dem Bergrestaurant im Chrindi steigt der Weg leicht an und quert die Nordflanke der Mieschflue, ein Stück weit sogar durch einen Tunnel im Fels. Unten liegt der Hinterstockensee, an dessen Ufer meist ein paar Fischer stehen. Bei den Häusern von Hinterstocken zweigt die Route spitzwinklig ab und steigt durch Wald und eine Wiesenmulde voller Blumen gemächlich an. Vom Wegweiser auf Oberstocken blickst du hinunter auf den Oberstockensee, der in einem weiten Kessel liegt.

Die Sennen nennen ihn Speetbärglisee, weil Eis und Schnee sich hier oft bis weit in den Frühling halten. Einen sichtbaren Abfluss hat er nicht, genauso wenig wie der Hinterstockensee. Mit Färbversuchen hat man nachgewiesen, dass das Wasser unterirdisch zum Buuschebach abfliesst. Über das sogenannte «Bättelwägli» geht es der Hangflanke entlang zur Sennhütte Oberi Walalp, zuletzt spürbar steiler.

Ab der Walalp beginnt der eigentliche Aufstieg. Ein Weidepfad führt mit mässiger Steigung zur Baachegg, wo sich der Blick ins untere Thunerseebecken öffnet und die Westwand über dir aufragt. Oben angekommen, liegen Gleitschirmrampe, Bergstation und Panoramarestaurant nah beieinander. Vom höchsten Punkt reicht die Sicht vom Jura über den Thunersee bis zur Hochalpenkette. Der Abstieg führt über die Alp Oberstocken und durch Bergwald zurück zum Hinterstockensee, den du ostwärts umgehst, bevor ein letzter kurzer Anstieg zurück ins Chrindi führt.

Das steile Stück unter der Westwand

Die Runde verläuft auf weiss-rot-weiss markierten Bergwanderwegen, und die Schweizer Wanderwege empfehlen den Aufstieg ab Chrindi ausdrücklich schwindelfreien Menschen. Heikel ist vor allem der Abschnitt von der Baachegg bis unter die Felswand: Der Weg ist gut angelegt, steigt aber sehr steil an, teils über Treppenstufen. Weiss-rot-weisse Bergwanderwege liegen nach der SAC-Wanderskala im Bereich T2 bis T3, und dieses Stück gehört ans obere Ende. Plane deshalb mit T3. Wie sich T3 anfühlt, kennst du vielleicht vom Säntis ab Schwägalp, der in der Skala als Beispiel für diese Stufe steht.

Anspruchsvoller ist der Strüssligrat, die direkte Linie von Oberstocken zum Gipfel. Die Stockhornbahn beschreibt ihn als Alternative für trittsichere und schwindelfreie Berggänger, der Wegweiser vor Ort mahnt zur Vorsicht. Für die Haupttour brauchst du ihn nicht.

Die Monate Juli bis September sind die sichere Wahl. Davor kann rund um den Oberstockensee noch Schnee liegen, und auf nassen Treppenstufen verliert jede Zeitangabe ihre Gültigkeit. Mit guten Bergschuhen und Stöcken ist der Abstieg über Oberstocken deutlich angenehmer.

Mit der Bahn, halb zu Fuss oder ganz ohne Gipfel

Die Luftseilbahn fährt in zwei Sektionen. Die untere von Erlenbach ins Chrindi ist seit 2018 in Betrieb und braucht 9 Minuten. Die obere mit den roten Kabinen von 1969 schwebt in 5 Minuten über den Hinterstockensee zum Gipfel, an der höchsten Stelle 170 Meter über Grund. Der Sommerbetrieb läuft von April bis November, Berg- und Talfahrten alle 30 Minuten. Bei schlechtem Wetter kann die Bahn den Betrieb einschränken.

Welches Billett passt, hängt davon ab, wie viel du laufen willst:

Vorhaben Billett Erwachsene Halbtax/GA
Rundtour ab Chrindi Erlenbach–Chrindi retour CHF 44 CHF 22
Aufstieg Chrindi–Gipfel, Bahn hinunter Wander-Ticket (drei Bahnstrecken) CHF 58 CHF 29
Nur Aussicht Erlenbach–Stockhorn retour CHF 62 CHF 31

Für die Runde über Oberi Walalp reicht das Chrindi-Retourbillett, weil du den Gipfel zu Fuss erreichst und auch zu Fuss wieder absteigst. Den Rückweg sparst du mit dem Wander-Ticket: Aufstieg ab Chrindi rund 2 h 50 min und 780 Höhenmeter, oben in die Kabine. Die letzte Talfahrt ab Chrindi geht um 17.50 Uhr. Für die Runde heisst das: spätestens gegen elf Uhr loslaufen, mit Mittagsrast eher früher.

Familien und alle ohne Gipfelambitionen sind mit der Seenrunde gut bedient. Sie führt vom Chrindi über Vorderstocken zum Oberstockensee, weiter zur Oberstockenalp und über Hinterstocken zurück: 2 h 15 min, 6,2 km, je 400 Höhenmeter, Juni bis September. Auf der Oberstockenalp verbringt dieselbe Familie seit acht Generationen die Alpzeit, und man kehrt dort gerne ein. Noch kürzer ist der Rundweg um den Hinterstockensee mit rund 40 Minuten; er ist mit geländetauglichem Kinderwagen machbar und als «No Limits»-Weg rollstuhltauglich. Mehr Ideen für Touren mit Start und Ziel am selben Ort findest du bei den Rundwanderungen in der Schweiz.

Wanderung Gurnigel–Stockhorn über den Leiterepass

Der Höhenweg vom Gurnigel zum Gipfel gilt als Klassiker unter den Voralpen-Höhenwanderungen, und er kommt ohne Bergfahrt aus: Du gehst hinauf und fährst erst am Ende mit der Bahn. Du fährst mit dem Zug nach Thurnen und mit dem Postauto der Linie 323 bis Gurnigel Wasserscheide. Von dort geht es zuerst auf einer Alpstrasse zur Alp Obernünene, dann hinauf zum Leiterepass auf 1905 Metern. Ab dem Pass beginnt der eigentliche Höhenweg unter der Gantrischkette, vorbei an Alphütten bis zur Oberi Walalp. Das letzte Stück über die Baachegg ist dasselbe steile Schlussstück wie bei der Rundtour.

Rechne mit 4 h 20 min bis 4 h 30 min für gut 11 Kilometer und 950 bis 1000 Meter Aufstieg. Einkehren kannst du in der Alpwirtschaft Obernünene und oben im Panoramarestaurant. Hinunter geht es mit der Bahn nach Erlenbach.

Das Wanderticket Gurnigel–Stockhorn der BLS enthält das Postauto ab Thurnen und die Talfahrt nach Erlenbach für CHF 58 statt 72.80, mit Halbtax CHF 29 und mit GA CHF 16. Es gilt nur für das Postauto um 8.35 Uhr ab Thurnen und wird von Juni bis Oktober verkauft. Die letzte Talfahrt ab Gipfel mit Zuganschluss in Erlenbach fährt um 17.35 Uhr. Für diese Tour ist das Ticket die günstigste Lösung; bei einem späteren Start zahlst du den regulären Tarif und hast bis zur letzten Bahn weniger Luft.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Anreise zum Stockhorn?

Ab Bern fährt der RegioExpress Richtung Zweisimmen direkt nach Erlenbach i. S. und braucht 1 h 04 min. Ab Interlaken dauert es mit Umsteigen in Spiez 1 h 13 min. Vom Bahnhof Erlenbach gehst du 10 bis 20 Minuten zu Fuss zur Talstation.

Kann ich vom Chrindi nach Erlenbach absteigen?

Der Direktabstieg über Chlusi dauert rund 2 Stunden bei 907 Metern Abstieg. Im September 2026 war der Weg zwischen Tal und Chlusi gesperrt; der Wanderbericht der Stockhornbahn zeigt den aktuellen Zustand jedes Weges.

Lohnt sich der Gipfel auch ohne Wanderung?

Ja. Von der Bergstation sind es rund 7 Minuten und 50 Höhenmeter zum höchsten Punkt, auf einem Weg mit Alpenblumen-Lehrpfad. Das Retourbillett ab Erlenbach kostet CHF 62, mit Halbtax die Hälfte.

Welche Karte brauche ich?

Die Rundtour und der Höhenweg ab Gurnigel liegen beide auf der swisstopo-Wanderkarte 1:50’000, Blatt 253T Gantrisch. Wie die Wegmarkierungen zu lesen sind, erklärt der Überblick zu den Wanderwegen in der Schweiz.

Bahnbetrieb, Preise und Wegsperrungen: Stand September 2026.

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