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Bergwanderweg (T2–T3)

Sörenberg: Wandern zwischen Rossweid, Salwideli und Rothorn

Moor-Rundweg ab der Rossweid, Salwideli und Brienzer Rothorn: Wanderungen in Sörenberg in der UNESCO Biosphäre Entlebuch, mit Bahnen, Preisen und ÖV.

Von der Redaktion schweiz-reise.ch, veröffentlicht am , 8 Min. Lesezeit.

Blick von Sörenberg über Alpweiden und einen Stall auf die Kalkwand der Schrattenflue
Foto: Simon Koopmann, CC BY-SA 2.0 de (skaliert), via Wikimedia Commons

Knorrige Bergföhren, Heidelbeerstauden, dazwischen dunkle Moorflächen: Wer zum ersten Mal auf der Rossweid aus der Gondel steigt, findet keine Alp im üblichen Sinn, sondern ein Hochmoor. Das Wandergebiet über dem Dorf ist sanft, und die Gondelbahn nimmt dir den Aufstieg ab. Die grosse Ausnahme ist das Brienzer Rothorn, der höchste Gipfel des Kantons Luzern.

Das Dorf in der Biosphäre

Das Entlebuch wurde 2001 als erstes Biosphärenreservat der Schweiz von der UNESCO anerkannt. Das Gebiet umfasst 396 Quadratkilometer und sieben Gemeinden, darunter Flühli. Was die Region von anderen Voralpentälern unterscheidet, sind die Moore. Vier Moorlandschaften von nationaler Bedeutung liegen ganz oder teilweise in der Biosphäre, eine davon ist Habkern/Sörenberg, direkt über dem Dorf. Die Moorlandschaft Glaubenberg ist die grösste der Schweiz. Zusammen bedecken die Moorlandschaften rund einen Viertel des Entlebuchs.

Das Moorgebiet Laubersmad-Salwidili zählt die Biosphäre sogar zu den bedeutendsten Feuchtgebieten der Welt. Zwischen den Moospolstern wächst dort der Sonnentau. Die kleine Pflanze fängt mit klebrigen Tentakeln Insekten und holt sich so den Stickstoff, den der saure Moorboden nicht hergibt. Im Sommer blühen Orchideen und die Rote Waldnelke, dazu kommen Schmetterlinge und Libellen.

Die Anreise ist einfach. Mit dem Zug geht es auf der Linie Bern–Luzern bis Schüpfheim. Dort wartet das Postauto 241, das in 24 Minuten bis Sörenberg, Post fährt, wochentags am Morgen im Halbstundentakt, sonst stündlich. Ab Luzern bist du so in gut einer Stunde im Dorf, ab Bern in knapp anderthalb. Mit dem Auto kommst du über die Hauptstrasse 10 nach Schüpfheim oder von Giswil über die Panoramastrasse am Glaubenbielenpass. Bei der Talstation Rossweid steht ein kostenpflichtiger Parkplatz.

Die Bahnen: Rossweid und Brienzer Rothorn

Zwei Bahnen erschliessen das Wandergebiet, und sie führen in ganz verschiedene Welten.

Die Gondelbahn Rossweid bringt dich ins Moor. Oben stehen das Erlebnis-Restaurant und der Erlebnisspielplatz Mooraculum, und hier beginnen die leichten Moorwanderungen. Die Bahn fährt von Mitte Mai bis Ende Oktober täglich von 8.15 bis 17.15 Uhr. Für die Talfahrt gibt es eine Alternative: Mit dem Fat-Trotti rollst du für CHF 15 samt Helm hinunter ins Dorf.

Die Luftseilbahn Brienzer Rothorn braucht sieben Minuten bis unter den Gipfel. Von oben reicht der Blick bis zu Eiger, Mönch und Jungfrau. Die Bahn fährt von Anfang Juni bis Anfang November alle 20 Minuten, die letzte Talfahrt ist um 17.50 Uhr. Am Rothorn leben Steinböcke, die vor rund hundert Jahren wieder angesiedelt wurden, und nicht selten kreisen Steinadler über dem Grat.

Die Sommerpreise 2026:

Bahn Einfach Retour mit Halbtax/GA retour
Gondelbahn Rossweid CHF 17 CHF 28 CHF 14
Luftseilbahn Brienzer Rothorn CHF 32 CHF 59 CHF 29.50

Kinder unter acht Jahren fahren gratis, Kinder von 8 bis 15 zahlen den Halbtax-Preis. Für den Moor-Rundweg reicht das Retourbillett der Rossweid. Die Rothornbahn lohnt sich vor allem an einem klaren Tag, bei Nebel siehst du oben nichts von dem, wofür du bezahlt hast.

Der Moor-Rundweg ab der Rossweid

Die Runde von der Bergstation über Schwarzenegg, Blattenegg und Turmschwand zurück via Husegg und Alp Salwide zeigt auf knapp drei Stunden alles, was das Gebiet ausmacht. Die Biosphäre stuft sie als mittel ein, konditionell leicht. Ein grosser Teil verläuft auf weiss-rot-weiss markierten Bergwanderwegen, das letzte Stück zurück zur Rossweid auf gelbem Wanderweg.

Der Einstieg ist der Sonnentauweg, ein Themenpfad mit 17 Stationen, der dich hinauf zur Schwarzenegg führt. Dann öffnet sich das Gelände. Hinter dem Hundschnubel, im Winter als steile Piste bekannt, geht es weiter Richtung Blattenegg und Blattenschwand. Die Wegstrecke zwischen Vorder-Schwarzenegg und Blattenegg ist teilweise sehr nass. Nimm Schuhe, die das aushalten, keine Turnschuhe.

Der schönste Abschnitt kommt nach der Blattenschwand. Im Moor bei Turmschwand wird es still, und im Heidelbeer-Hochmoorwald stehen die Bergföhren so knorrig, als gehörten sie in ein Märchen. Die Biosphäre lädt ausdrücklich dazu ein, einmal die Schuhe auszuziehen und den Moorboden barfuss zu spüren. Im Gebiet Salwideli weidet eine Mutterkuhherde. Geh ruhig an den Tieren vorbei und erschrecke sie nicht.

Die Saison dieser Runde richtet sich nach der Gondelbahn, also Mai bis Oktober. Nimmst du die Bahn nur für die Bergfahrt, rollst du am Schluss mit dem Trotti ins Tal, so wie es die Biosphäre selbst empfiehlt.

Weitere Wanderungen rund um die Rossweid

Wanderung Gehzeit Strecke Auf/Ab Einstufung Saison
Rundweg Rossweid–Blattenegg 1 h 41 min 5,3 km 225 / 224 m leicht Mai bis Oktober
Rossweid–Salwideli–Kemmeribodenbad 2 h 25 min 9,2 km 488 / 518 m mittel Mai bis Oktober
Sörenberg–Hirsegg 3 h 55 min 12,6 km 620 / 700 m T2 April bis Oktober

Rundweg Rossweid–Blattenegg. Die kurze Schwester der grossen Runde führt einmal um den Hundschnubel, über die Skihütte Schwarzenegg und das geschützte Hochmoor beim Türnliwald zur Blattenegg. Die Landschaft ist dieselbe, der Aufwand halb so gross. Das ist die richtige Tour für Familien mit kleineren Kindern, zumal oben das Mooraculum wartet. Auch hier ist der Abschnitt zur Blattenegg teilweise sehr nass.

Über das Salwideli nach Kemmeribodenbad. Eine Streckenwanderung, die das Tal verlässt. Von der Bergstation geht es über Salwide zum Salwideli mit seinem Restaurant, dann über Wagliseiboden und Schneeberg hinunter nach Kemmeribodenbad. Unterwegs siehst du lange auf den Brienzergrat. Zurück fährt der Bus 251 in gut einer halben Stunde nach Escholzmatt, von dort geht es mit der Bahn weiter. Die Tour passt, wenn du nach der Runde auf der Rossweid mehr willst als dasselbe Moor aus anderer Richtung.

Sörenberg–Hirsegg. Die längste der drei und die einzige ohne Bahnhilfe. Die Bergwanderung der Schweizer Wanderwege führt durch die Hochmoore am Fuss des Brienzer Rothorns und bei Salwidili. An der Haltestelle Hirsegg hält das Postauto 241, du kommst also ohne Umweg zurück ins Dorf oder nach Schüpfheim. Wegen der Länge ist sie etwas für Leute mit Kondition, technisch bleibt sie im Bereich T2.

Mehr Touren dieser Art stehen im Überblick zum Wandern in der Zentralschweiz. Was die Farben der Markierung bedeuten und wie sich T2 von T3 unterscheidet, erklärt der Artikel zu den Wanderwegen der Schweiz.

Brienzer Rothorn: nur für Trittsichere

Das Rothorn ist das Gegenstück zum Moor. Statt federndem Boden erwartet dich ein Teil des Brienzergrats. Der bekannteste Weg ist der Steinbock-Trek, eine zweitägige Gratwanderung mit Übernachtung im Berghaus Eisee: von der Talstation Rossweid über Blattenegg und Lättgässli aufs Rothorn, weiter zum Eisee, über Eisesattel, Arnihaaggen und Schönbüel zurück ins Tal. Alles in allem 7 h 45 min, 21,75 Kilometer und 1188 Meter Aufstieg.

Die Route ist als T3 eingestuft und verlangt Trittsicherheit, gutes Schuhwerk und Kondition. Bei unsicherem Wetter oder Schnee gibt das Berghaus Eisee Auskunft über den Zustand der Wege. Auch der Abstieg vom Eisee Richtung Schönebode ist steil und steinig, mit hohem Sturzrisiko. Für die Aussicht allein reicht die Luftseilbahn hin und zurück; die Sesselbahn Eisee verkehrt von Mitte Juni bis Ende Oktober.

Häufige Fragen

Ist Sörenberg auch für Familien zum Wandern geeignet?

Ja, vor allem auf der Rossweid. Der Sonnentauweg ist in rund einer halben Stunde gemacht, der Rundweg zur Blattenegg ist als leicht eingestuft, und bei der Bergstation liegt der Spielplatz Mooraculum. Kinder unter acht Jahren fahren auf allen Bahnen gratis.

Wie komme ich zur Rossweid?

Die Talstation der Gondelbahn liegt ein paar Gehminuten von der Postauto-Haltestelle Sörenberg, Post entfernt; mit dem Auto parkierst du direkt davor gegen Gebühr. Die Bahn fährt von Mitte Mai bis Ende Oktober, retour kostet sie CHF 28, mit Halbtax CHF 14. Hinunter geht es auf Wunsch mit dem Trotti.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern in Sörenberg?

Von Juni bis Oktober sind alle Bahnen in Betrieb, die Rossweid schon ab Mitte Mai. Im Sommer blühen im Moor die Orchideen. Bei Schnee auf dem Grat erkundigst du dich vor dem Steinbock-Trek im Berghaus Eisee.

Bahnsaison, Preise und Fahrpläne: Stand September 2026.

Weitere Touren

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