Höchster Punkt der Schweiz: Die Dufourspitze
Der höchste Punkt der Schweiz liegt im Monte-Rosa-Massiv: Entdecke Höhe, Lage und was eine Besteigung der Dufourspitze wirklich erfordert.
Von der Redaktion schweiz-reise.ch, veröffentlicht am , 6 Min. Lesezeit.

Wer nach dem höchsten Punkt der Schweiz sucht, landet unweigerlich im Wallis, genauer im Monte-Rosa-Massiv an der Grenze zu Italien. Dort erhebt sich die Dufourspitze auf 4634 Meter und markiert damit das Dach des Landes. Sie ist kein isolierter Gipfel, sondern Teil eines ganzen Gebirgsstocks mit mehreren Viertausendern, was die Orientierung für Laien nicht einfacher macht. Der folgende Überblick ordnet ein, wo genau sich dieser Punkt befindet, wie er zu seinem Namen kam und was eine Besteigung tatsächlich bedeutet.
Die Dufourspitze: Name, Höhe und Lage
Die Dufourspitze ist mit 4634 Metern der höchste Berg der Schweiz. Sie gehört zum Monte-Rosa-Massiv, einem Gebirgsstock in den Walliser Alpen, der sich über die Grenze zwischen der Schweiz und Italien erstreckt. Die Dufourspitze selbst liegt auf Schweizer Seite und gilt deshalb als der höchste Schweizer Gipfel, während das Massiv insgesamt mehrere Hauptgipfel über 4600 Meter umfasst.
Benannt ist der Berg nach Guillaume-Henri Dufour, General und Kartograf, der im 19. Jahrhundert massgeblich zur ersten systematischen Vermessung der Schweiz beitrug. Diese Ehrung passt zum Berg: Ohne präzise Vermessung wüsste man bis heute nicht sicher, welcher der mehreren Monte-Rosa-Gipfel tatsächlich der höchste ist. Die beiden nächsthöheren Erhebungen des Massivs, die Ostspitze mit 4632 Metern und der Grenzgipfel mit 4618 Metern, liegen nur wenige Meter unter der Dufourspitze und wirken auf den ersten Blick kaum unterscheidbar.
Im europäischen Vergleich steht die Dufourspitze nach dem Mont Blanc an zweiter Stelle der höchsten Alpengipfel. Das macht sie nicht nur für die Schweiz, sondern für den gesamten Alpenraum zu einem bedeutenden Fixpunkt.
Warum das Monte-Rosa-Massiv verwirrt
Wer sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt, stösst schnell auf eine Besonderheit: Das Monte-Rosa-Massiv besteht nicht aus einem einzelnen Gipfel, sondern aus einer ganzen Gruppe eng beieinanderliegender Viertausender. Dufourspitze, Ostspitze, Nordend, Zumsteinspitze, Signalkuppe und Grenzgipfel bilden zusammen einen Gebirgskamm, der sich wie eine gezackte Mauer über die Landesgrenze zieht.
Diese Nähe der Gipfel zueinander erklärt, warum die Höhenangaben in älteren Quellen gelegentlich voneinander abweichen und warum Laien oft den falschen Gipfel für den höchsten halten. Die Signalkuppe etwa trägt mit der Capanna Regina Margherita die höchstgelegene bewirtschaftete Schutzhütte Europas, ist mit rund 4554 Metern aber niedriger als die Dufourspitze. Wer eine Hochtour plant, sollte sich deshalb vorab genau vergewissern, welcher Gipfel tatsächlich angepeilt wird.
Die Grenze zu Italien verläuft mitten durch das Massiv, was bedeutet, dass ein grosser Teil der klassischen Aufstiegsrouten auf italienischem Staatsgebiet beginnt, bevor sie auf den Schweizer Gipfel führen. Das ist für die Logistik einer Tour relevant, weil sich Zustieg und Rückweg oft über zwei Länder erstrecken.
Besteigung der Dufourspitze: Anforderungen und Realität
Die Dufourspitze ist kein Berg für spontane Entschlüsse. Eine Besteigung verlangt Hochtourenerfahrung, Steigeisentechnik, Seilsicherung auf Gletschern und die Fähigkeit, mit alpinen Gefahren wie Spaltensturz, Steinschlag und Wetterumschwüngen umzugehen. Die meisten Bergsteiger buchen deshalb einen Bergführer, insbesondere wenn sie den Gipfel zum ersten Mal angehen.
Ausgangspunkt für die klassische Route ist meist die Monte Rosa Hütte, die auf italienischer wie auf Schweizer Seite erreichbar ist und als zentraler Stützpunkt für Übernachtung und Akklimatisation dient. Von dort führt der Weg über Gletscher und teils ausgesetzte Gratpassagen zum Gipfel. Die Route ist markiert, verlangt aber durchgehend technisches Können, da Gletscherspalten auch bei guten Verhältnissen eine ständige Gefahr darstellen.
Die Sommersaison für die Dufourspitze ist kurz. Die Monte Rosa Hütte öffnet typischerweise ab Sommerbeginn und schliesst im September, wenn die Verhältnisse auf dem Gletscher und die Wetterlage den sicheren Betrieb nicht mehr zuverlässig erlauben. Wer eine Besteigung plant, sollte sich direkt bei der Hütte oder bei einem lokalen Bergführerbüro über aktuelle Verhältnisse informieren, da sich Bergschrund, Spaltenlage und Schneebedeckung von Jahr zu Jahr und innerhalb einer Saison deutlich verändern können.
Für alle, die den Gipfel nicht selbst besteigen, aber das Monte-Rosa-Massiv aus der Nähe erleben möchten, bieten sich Standorte wie Zermatt oder das Saastal an. Von dort aus lassen sich Bergbahnen nutzen, die Aussichtspunkte mit freiem Blick auf die gesamte Gipfelgruppe erschliessen, ganz ohne Seil und Steigeisen.
Einordnung: Höchster Punkt versus höchster Berg
Ein Detail sorgt immer wieder für Verwirrung: Die Dufourspitze ist der höchste Punkt der Schweiz, aber nicht zwingend der bekannteste Schweizer Berg. Matterhorn, Eiger oder Jungfrau geniessen international deutlich grössere Bekanntheit, liegen jedoch alle unter der Höhe der Dufourspitze. Das Matterhorn etwa erreicht 4478 Meter und bleibt damit gut 150 Meter unter dem höchsten Punkt des Landes.
Dieser Unterschied zwischen Bekanntheitsgrad und tatsächlicher Höhe lässt sich damit erklären, dass die markante, isolierte Form des Matterhorns weithin sichtbar und fotogen ist, während die Dufourspitze als Teil eines komplexen Gebirgsstocks optisch weniger heraussticht. Wer die Schweiz anhand ihrer Wahrzeichen kennt, verbindet das Land zuerst mit dem Matterhorn, nicht mit der Dufourspitze. Geografisch korrekt bleibt dennoch: Der höchste Punkt der Schweiz liegt im Monte-Rosa-Massiv, nicht am Matterhorn.
Häufige Fragen
Ist die Dufourspitze der höchste Berg der Alpen?
Nein, mit 4634 Metern ist die Dufourspitze der zweithöchste Gipfel der Alpen. Höher ist nur der Mont Blanc an der Grenze zwischen Frankreich und Italien. Innerhalb der Schweiz markiert die Dufourspitze aber den unangefochten höchsten Punkt.
Kann man die Dufourspitze ohne Bergführer besteigen?
Technisch ist das möglich, wird aber nur erfahrenen Hochtourengehern mit eigenständiger Gletschererfahrung empfohlen. Die Route verlangt sichere Steigeisentechnik, Seilschaftserfahrung und die Fähigkeit, Gletscherspalten selbst einzuschätzen. Die meisten Besteigungen erfolgen deshalb mit einem lokalen Bergführer.
Liegt die Dufourspitze in der Schweiz oder in Italien?
Die Dufourspitze liegt auf Schweizer Staatsgebiet im Kanton Wallis. Das gesamte Monte-Rosa-Massiv erstreckt sich jedoch über die Grenze zu Italien, sodass benachbarte Gipfel wie die Signalkuppe bereits auf italienischer Seite liegen.
Warum heisst der höchste Punkt der Schweiz Dufourspitze?
Der Gipfel ist nach General Guillaume-Henri Dufour benannt, der im 19. Jahrhundert die erste systematische Landesvermessung der Schweiz leitete. Die Benennung würdigt seine Rolle bei der genauen Erfassung der Schweizer Topografie, einschliesslich der exakten Höhenbestimmung der Alpengipfel.
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