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Wanderweg (T1)

Schluchten in der Schweiz: Areuse, Risletenschlucht und Taubenloch

Schluchten in der Schweiz zu Fuss: die Areuse von Noiraigue nach Boudry, dazu Risleten, Taubenloch, Pichoux und Aareschlucht mit Saison und Sperrungen.

Von der Redaktion schweiz-reise.ch, veröffentlicht am , 8 Min. Lesezeit.

Kleine Kaskade der Areuse zwischen Felsblöcken und Wald in der Areuseschlucht
Foto: Daniel Kraft, CC BY-SA 3.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Oben liegt Wiese oder Strasse, ein paar Treppen tiefer rauscht Wasser zwischen Felswänden, und selbst im Hochsommer wird die Luft kühl. Schluchten gibt es vom Jura bis ins Berner Oberland, die meisten erreichst du mit Zug oder Bus. Weil Stege, Geländer und Treppen an steilen Flanken hängen, sind ihre Wege aber öfter gesperrt als andere: im Winter, nach Unwettern, wegen Holzschlag oder Bauarbeiten.

Die Areuseschlucht von Noiraigue nach Boudry

Die Areuse kommt aus dem Val de Travers und fliesst in den Neuenburgersee. Zwischen Noiraigue und Boudry hat sie sich tief eingegraben, und auf dem Weg überquerst du den Fluss 17 Mal: auf einfachen Metallstegen, einer modernen Designbrücke und der steinernen Bogenbrücke beim Saut de Brot, dem bekanntesten Bild der Schlucht.

Kurz nach Noiraigue passiert der Weg das erste Wasserkraftwerk; die Kraft der Areuse wird seit dem 14. Jahrhundert genutzt. Grün bemooste Steine liegen im ruhigen Wasser, bis der Fluss am Saut de Brot plötzlich eng wird. Diese Stelle war unpassierbar, bis 1876 der Wanderweg gebaut wurde; seither führen Treppen und Brücken über das brodelnde Wasser.

Nach rund einer Stunde erreichst du Champ-du-Moulin. Hier liegt das Hotel-Restaurant de la Truite und ein Bahnhof, an dem du die Tour verkürzen kannst. Danach wird die Areuse breiter und ruhiger. Nach der Pont de Vert zwängt sie sich noch einmal durch eine enge Schlucht. Dort ist der Weg ausgesetzt und am eindrücklichsten, mit tiefen Blicken auf das Wasser. Nach der Pont des Clées wird das Gelände sanft, und die ersten Häuser von Boudry tauchen auf.

Treppen, Stege und Felspassagen machen die Tour trotz T1 für Kinderwagen ungeeignet. Flussabwärts gegangen, liegt der grössere Teil der Höhenmeter im Abstieg.

Vor dem Start

Je nach Wetter und Jahreszeit kann der Schluchtweg kurzfristig zu sein; Umleitungen sind vor Ort signalisiert. Ebenfalls in Noiraigue beginnt der Rundweg zum Creux du Van, ein gutes Ziel für den zweiten Tag.

Weitere Schluchten im Überblick

Schlucht Kanton Gehzeit Markierung Saison / Eintritt
Areuse (Noiraigue–Boudry) NE 3 h 0 min Wanderweg (T1) April–Oktober, frei
Risleten (Beckenried–Treib) NW 3 h 30 min Wanderweg (T1–T2) wetterabhängig, frei
Taubenloch (Biel–Frinvillier) BE knapp 1 h Wanderweg (T1–T2) frei
Pichoux (Rundweg Geisskirchlein) BE 1 h 30 min Wanderweg (T1–T2) Mai–Oktober, frei
Gottéron (Rundweg ab Freiburg) FR 3 h 0 min Wanderweg (T1–T2) ganzjährig auf eigenes Risiko
Pilouvi (Lignières–La Neuveville) NE/BE 1 h Wanderweg (T1–T2) frei
Aareschlucht (Meiringen) BE 1 h–1 h 30 min Schluchtweg mit Eintritt April–Anfang November, CHF 13 / 8
Rosenlaui (Gletscherschlucht) BE 45 min Schluchtweg mit Eintritt Mitte Mai–Mitte Oktober, CHF 12 / 6

Eintritt: Erwachsene / Kinder ab 6 Jahren.

Risletenschlucht: Wasserfall über dem Vierwaldstättersee

Von Beckenried führt der Weg zuerst auf der geteerten Uferstrasse am See entlang bis zu den Risleten-Felsen. Dann beginnt der Wanderweg, und die Schlucht öffnet sich: geschliffener Fels, Strudellöcher, ein Wasserfall, und von einer der zwei eisernen Brücken hörst du das Wasser tief unten tosen. Nach Regen ist das Schauspiel am grössten, der Waldweg dann aber auch rutschig.

Kurz nach der Schlucht steigt der Weg rund 300 Höhenmeter an, dann geht es leicht auf und ab nach Treib: 3 h 30 min, 10,5 km. Im Sommer fährt das Schiff stündlich zurück nach Beckenried, dem Ausgangsort für die Klewenalp.

Taubenlochschlucht: eine Stunde ab Biel

Die Schüss hat sich zwischen Biel-Bözingen und Frinvillier durch den Fels gegraben. Der gut begehbare Weg folgt dem Wasser auf rund 2 km und braucht knapp eine Stunde bis zum Restaurant des Gorges; zurück fährt der Zug ab Frinvillier oder der Bus ab der Haltestelle Taubenloch. Für Kinderwagen taugt er nicht. Ohne Zug wird daraus eine kurze Rundwanderung: hin und zurück durch die Schlucht, knapp zwei Stunden.

Gorges du Pichoux: tausend Quellen im Berner Jura

«Pichoux» steht für tausend Quellen. Die Schlucht erreichst du mit Bus oder Auto über Sornetan, Parkplätze sind gratis. Eine kurze Runde führt östlich der Schlucht hinauf zum Geisskirchlein, einer Höhle, in der im 17. und 18. Jahrhundert Mennoniten ihre Gottesdienste feierten: 3 km, 1 h 30 min und gut 260 Höhenmeter. Der Abstieg auf dem Wanderweg Le Pichoux ist sehr steil und schmal, aber nicht gefährlich. Saison: Mai bis Oktober.

Gottéron und Pilouvi

Das Galterntal, französisch Gorges du Gottéron, beginnt mitten in der Freiburger Unterstadt. Der Rundweg startet am Klein-Sankt-Johann-Platz, quert die Bernbrücke, folgt dem Bach durch das bewaldete Tal bis zur Ameismühle und kehrt über das Plateau zurück: 11 km in 3 Stunden, technisch leicht. Das Tal ist auf eigenes Risiko begehbar; Sperrungen meldet die Gemeinde Tafers auf ihrer Website.

Die Combe du Pilouvi zwischen Lignières und La Neuveville hat mehrere Wasserfälle, die in Naturbecken stürzen, und ist in einer Stunde durchwandert.

Aareschlucht und Rosenlaui: Schluchten mit Kasse

Die Aareschlucht bei Meiringen ist 1,4 km lang und in 1 bis 1,5 Stunden durchquert. Der Westeingang öffnet Anfang April, der Osteingang Anfang Mai; ganz durchgehen kannst du nur, wenn beide offen sind. Die Saison endet Anfang November. Der Eintritt kostet CHF 13 für Erwachsene und CHF 8 für Kinder (Stand 2026).

Die Gletscherschlucht Rosenlaui liegt an der Postautolinie von Meiringen über die Grosse Scheidegg nach Grindelwald. Durch Tunnels und über mehr als 200 Treppenstufen steigst du 115 Meter durch die Schlucht auf, zurück geht es durch den Bergwald; der Rundgang dauert rund 45 Minuten. Eintritt CHF 12, Kinder CHF 6 (Stand 2026). Die Saison läuft von Mitte Mai bis Mitte Oktober. Eine Höhenwanderung über Meiringen bietet der Hasliberg.

Twannbachschlucht

Die Schlucht oberhalb von Twann führt von Magglingen hinunter in die Reben am Bielersee. Tour, Ausweichrouten und Wegzustand stehen im Beitrag zur Twannbachschlucht.

Sicher durch die Schlucht

Feste Wanderschuhe mit griffigem Profil sind auch auf einem T1-Weg Pflicht. Die Gefahr lauert beim Wandern oft nur einen Schritt entfernt, im Ausrutschen und Stolpern, und auf nassen Stegen, Treppen und Felsplatten erst recht. Steinschlag droht vor allem nach heftigen Regenfällen und bei starken Temperaturschwankungen; im Zweifel kehrst du um. Prüfe Sperrungen vorher, und halte dich vor Ort an die Signalisation: Kurze Sperrungen von weniger als einer Woche erscheinen oft gar nicht online. Bei Sturm und Gewitter meidest du bewaldete Schluchten ganz. Im Notfall erreichst du die Rega unter 1414, alle Rettungsdienste unter 112.

Welche Schlucht zu wem passt

Für einen ganzen Wandertag mit Bahnanreise ist die Areuse die erste Wahl: lang genug, abwechslungsreich und mit Ausstiegsmöglichkeit in Champ-du-Moulin. Mit einer Stunde Zeit in Biel nimmst du die Taubenlochschlucht. Wer See und Schlucht verbinden will, geht die Risletenschlucht mit Schifffahrt ab Treib. Für Familien und Regentage passt die Aareschlucht, die der Betreiber für jedes Wetter empfiehlt und in der schmale Kinderwagen bis zur Mitte kommen. Mehr Touren für die kommenden Wochen sammelt der Beitrag zu den Herbstwanderungen in der Schweiz.

Häufige Fragen

Wann sind Schluchtwege in der Schweiz geöffnet?

Frei zugängliche Wege wie die Areuse empfehlen die Schweizer Wanderwege von April bis Oktober, je nach Wetter können sie auch kurzfristig zu sein. Schluchten mit Eintritt haben feste Saisons: Rosenlaui von Mitte Mai bis Mitte Oktober, die Aareschlucht von April bis Anfang November.

Kann ich die Areuseschlucht abkürzen?

Ja. In Champ-du-Moulin, nach gut einer Stunde ab Noiraigue, liegt ein Bahnhof derselben Linie. Den Saut de Brot hast du dann gesehen, die enge, ausgesetzte Passage nach der Pont de Vert allerdings nicht.

Ist die Taubenlochschlucht für Kinder geeignet?

Ja, der Weg ist kurz und gut begehbar, für Kinderwagen aber ungeeignet. Bei feuchtem Wetter ist er rutschig, kleine Kinder gehören dann an die Hand.

Saisonzeiten und Eintrittspreise: Stand Oktober 2026.

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