Bachalpsee: Wanderung von First und zurück
Von der Bergstation First in 50 Minuten zum Bachalpsee: Gehzeit, Höhenmeter, Markierung und Anreise, dazu der Abstieg über Waldspitz und der Weg zum Faulhorn.
Von der Redaktion schweiz-reise.ch, veröffentlicht am , 7 Min. Lesezeit.

Der Bachalpsee ist einer der wenigen Bergseen der Schweiz, an denen du ohne Kletterei und ohne langen Aufstieg stehen kannst und trotzdem das volle Hochgebirge vor dir hast. Die Gondelbahn nimmt dir den ganzen Aufstieg aus dem Dorf ab, der Rest ist ein Spaziergang auf gut 2200 Metern. Genau darum ist hier im Sommer viel los. Ruhig erwischst du den See nur mit dem richtigen Timing, und wer mehr will als den Rückweg auf derselben Spur, hat zwei gute Alternativen.
Der Weg von First zum See
Die Bergstation First liegt auf 2166 Metern. Der Wegweiser zum See steht gleich neben der Station, und der erste Abschnitt ist zugleich der anstrengendste: ein kurzes, steiles Wegstück hinauf Richtung Gummihitta. Danach wird es flach. Der Weg zieht in sanftem Auf und Ab über Alpweiden nach Westen, erreicht knapp 2280 Meter als höchsten Punkt und senkt sich dann leicht zum Ufer, das auf gut 2260 Metern liegt.
Die Strecke ist breit und durchgehend gelb markiert, also ein Wanderweg im Sinne der Schweizer Signalisation und auf der SAC-Skala ein T1. Grindelwald Tourismus rät trotzdem zu festen Wanderschuhen, Regenschutz, Sonnenschutz und genug Wasser; auf 2200 Metern schlägt das Wetter schneller um als im Tal. Mit Kindern ist die Tour gut machbar, sie gilt als eine der leichten Wanderungen der Region. Unterwegs stehen Bänke, und am See selbst gibt es genug Platz für ein Picknick.
Zurück gehst du auf demselben Weg. Für die ganze Runde rechnest du mit 1 h 40 min Gehzeit, mit Fotostopps und Pause eher mit drei Stunden. Die Zeit auf dem Wegweiser gilt ohne Pausen; wer oft stehen bleibt, sollte das einplanen, bevor er die letzte Talfahrt ins Auge fasst.
Was den See ausmacht
Auf der Landeskarte heisst er schlicht Bachsee, und er ist eigentlich ein Paar. Neben dem grossen oberen See liegt ein kleineres Becken, und der Weg führt zwischen den beiden hindurch. Viele gehen am kleinen See vorbei, ohne ihn zu bemerken, weil der Blick längst am anderen Talhang hängt.
Über dem Wasser stehen auf der anderen Talseite Wetterhorn, Schreckhorn und Finsteraarhorn, der höchste Berg der Berner Alpen. Bei Windstille spiegeln sich die Gipfel in der Oberfläche. Das gelingt am ehesten früh am Morgen oder am Abend, wenn noch kein Lüftchen das Wasser kräuselt. Kommt Wind auf, ist der Spiegel dahin, und um die Mittagszeit stehen die meisten Besucher am Ufer.
Daraus folgt der wichtigste Tipp dieser Tour: Nimm eine der ersten Gondeln. Um diese Zeit ist der Weg noch leer, und der See liegt mit etwas Glück still. Am späteren Nachmittag wird es ebenfalls ruhiger. Dann musst du aber die Rückfahrt im Blick behalten, denn nach der letzten Talfahrt bleibt nur der lange Fussweg ins Dorf.
Anreise mit Bahn und Gondel
Von Interlaken Ost fährt die Berner Oberland-Bahn im Halbstundentakt direkt nach Grindelwald, die Fahrt dauert gut eine halbe Stunde. Vom Bahnhof zur Talstation der Firstbahn sind es acht Minuten zu Fuss durch das Dorfzentrum. Die Sechsergondeln brauchen bis First 25 Minuten und halten unterwegs an Zwischenstationen, darunter Bort. Mit dem Auto parkierst du am besten im Parkhaus beim Grindelwald Terminal und fährst mit dem Shuttle zur Firstbahn.
Tickets für die Firstbahn gibt es ab CHF 38 (Stand 2026). Ab Bern bist du in gut anderthalb Stunden in Grindelwald, ab Zürich und Luzern in gut zweieinhalb Stunden, jeweils mit Umsteigen in Interlaken Ost. Rechne für Fussweg und Gondel noch einmal eine gute halbe Stunde dazu.
Zwei Wege, die nicht zurück nach First führen
Blumenweg über Waldspitz nach Bort
Die schönste Alternative zum Rückweg ist der Blumenweg. Er beginnt wie die Haupttour an der Bergstation, führt zum See und biegt dann zwischen den beiden Seen nach Süden ab. Über Bachläger geht es hinunter zum Berggasthaus Waldspitz und von dort in einem kurzen, teils steilen Zickzack durch den Wald zur Zwischenstation Bort. Dort steigst du in die Gondel und fährst ins Dorf.
Die Zahlen: 7,9 Kilometer, 2 h 25 min, 152 Meter hinauf, aber 758 Meter hinunter. Der Weg bleibt gelb markiert, verlangt wegen des langen Abstiegs aber mehr von den Knien als die Haupttour. Unterwegs erklären Tafeln die Alpenflora, von Enzian bis Wollgras. Das Berggasthaus Waldspitz ist nur im Sommerhalbjahr offen.
Für wen welcher Weg: Mit kleinen Kindern oder knapper Zeit bleibst du bei First–See–First. Wer einen halben Tag hat und lieber abwärts als zweimal denselben Weg geht, nimmt den Blumenweg. Für viele ist er die eigentlich bessere Tour, weil er vom Rummel am Ufer weg in stillere Alpen führt.
Weiter zum Faulhorn
Hinter dem See beginnt der weiss-rot-weiss markierte Bergwanderweg, ein alter Saumweg, der über die Burgihitta zum Faulhorn hinaufzieht. Die ganze Route First–Faulhorn–Bussalp misst 10 Kilometer mit 548 Metern Aufstieg und 909 Metern Abstieg, die Gehzeit liegt bei 3 h 50 min. Das ist eine andere Liga als der Seeweg: Ein Bergwanderweg verlangt Trittsicherheit, gutes Schuhwerk und eine stabile Wetterlage. Zurück ins Dorf fährt ab Bussalp ein Bus, allerdings nur von Mai bis Mitte Oktober, also kürzer als die Firstbahn. Plane diese Tour darum nicht für die letzten Oktobertage.
Wann die Tour geht
Die Sommertour ist offen, sobald der Schnee geschmolzen ist, in der Regel ab Juni. Die Firstbahn fährt bis Ende Oktober und macht dann für die Revision Pause; wann genau, veröffentlicht der Betreiber auf jungfrau.ch. Im Herbst ist die Tour besonders klar, die Tage sind aber kurz und die letzte Talfahrt kommt früher, als man denkt.
Im Winter wird der Weg zum See als Winterwanderweg präpariert. Nach Neuschnee kann der Untergrund weich und mühsam sein. Ob die Wege offen und begehbar sind, meldet Grindelwald Tourismus tagesaktuell.
Weitere Seen, an denen die Bahn den grössten Teil des Aufstiegs übernimmt, findest du beim Oeschinensee über Kandersteg. Ruhiger und weniger bekannt ist der Seebergsee im Diemtigtal. Was die gelbe und die weiss-rot-weisse Markierung genau bedeuten, erklärt der Beitrag zu den Wanderwegen der Schweiz.
Häufige Fragen
Wie lange braucht man von First zum Bachalpsee?
Rund 50 Minuten für den Hinweg, hin und zurück 1 h 40 min reine Gehzeit. Mit Pausen am Ufer und Fotostopps sind zweieinhalb bis drei Stunden realistisch. Die Gondelfahrt ab Grindelwald dauert zusätzlich 25 Minuten pro Richtung.
Ist die Wanderung für Kinder geeignet?
Ja. Der Weg ist breit, gelb markiert und gut ausgebaut. Nur das kurze steile Stück direkt nach der Bergstation fordert kleine Beine etwas. Plane mit Kindern mehr Zeit ein als die reine Gehzeit von 1 h 40 min.
Kann man auch im Winter zum Bachalpsee wandern?
Ja, der Weg von First zum See wird im Winter als Winterwanderweg präpariert, und die Firstbahn fährt auch in der Wintersaison. Nach Neuschnee ist der Untergrund weich und das Gehen anstrengender. Der Weiterweg Richtung Faulhorn ist im Winter zugleich Schlittelroute, dort teilst du den Weg mit Schlitten.
Lohnt sich die Tour an einem bewölkten Tag?
Nur bedingt. Der Reiz des Sees ist das Gegenüber mit Wetterhorn und Schreckhorn; hängen die Wolken tief, bleibt ein hübscher Bergsee ohne Kulisse. Der Weg selbst ist bei Bewölkung problemlos, bei Gewitterneigung aber solltest du auf 2200 Metern nicht unterwegs sein.
Betriebszeiten und Preise: Stand September 2026.
Weitere Touren
Bergwanderweg: 3 h 00 min, Anzère, Barrage de Tseuzier → Crans-sur-Sierre, Le Pas de l'Ours

Suonenwanderung im Wallis: die schönsten Suonen und Bisses
Bergwanderweg: 5 h 10 min, Zwischenflüh, Anger (Postauto) → Schwenden i. D., Fildrichbrücke (Postauto)

Seebergsee im Diemtigtal: Bergwanderung ab Zwischenflüh
Bergwanderweg: 2 h 55 min, Bergstation Oeschinen (Gondelbahn ab Kandersteg) → Bergstation Oeschinen
