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Winterwandern in der Schweiz: sieben Wege von Zermatt bis Hoch-Ybrig

Pink markiert und präpariert: was einen Winterwanderweg ausmacht, wie du ihn mit SchweizMobil planst, und sieben Wege mit Gehzeit und Anreise per Bahn.

Von der Redaktion schweiz-reise.ch, veröffentlicht am , 8 Min. Lesezeit.

Verschneiter Weg mit Holzzaun auf Rigi Kulm, dahinter ein Nebelmeer und die Voralpen
Foto: Jan Huber / Unsplash

Im Winter wird das Wandern in der Schweiz kleinteiliger, dafür wird jeder Meter gepflegt. Rund 6000 Kilometer Wege sind für die kalte Jahreszeit signalisiert, viele davon gewalzt oder gefräst und so angelegt, dass du ohne Schneeschuhe und ohne Lawinenkenntnisse durch verschneite Landschaft gehst. Der Haken: Diese Wege gibt es nur, solange Schnee liegt und jemand sie unterhält. Planen heisst deshalb im Winter vor allem, den richtigen Weg zur richtigen Zeit zu finden.

Was einen Winterwanderweg ausmacht

Ein signalisierter Winterwanderweg ist allgemein zugänglich, für Fussgänger gedacht und wird kontrolliert und präpariert. Er verläuft möglichst abseits befahrener Strassen auf meist schneebedecktem Untergrund. Die Schweizer Wanderwege setzen seinen technischen Anspruch dem eines gelb markierten Wanderwegs gleich, ohne Hindernisse wie Stufen. Mehr verlangt er nicht, ausser erhöhter Aufmerksamkeit wegen Witterung und Rutschgefahr.

Zu erkennen ist er an der Farbe: Wegweiser und Markierungen sind pink und tragen ein weisses Wanderpiktogramm. Hinter jedem Winterweg steht eine lokale Trägerschaft, die ihn signalisiert, präpariert und bei Bedarf sperrt. Präpariert wird, sobald ausreichend Schnee liegt, mit Schneefräse, Eiskratzer oder Walze und nach Möglichkeit nachts oder früh am Morgen. Am Ende der Wintersaison wird die Signalisation abgebaut und eingelagert. Ohne pinke Wegweiser ist eine Spur im Schnee also kein Winterwanderweg, auch wenn sie so aussieht.

Der Leitfaden von Bund, Schweizer Wanderwege und SchweizMobil verlangt, dass auf diesen Wegen möglichst keine Lawinengefahr droht und exponierte Engpässe und Grate gemieden werden. Ein Winterweg ist in der Regel nicht länger als 12 km, ideal sind bis drei Stunden. Die Schweizer Wanderwege stufen ihn nach Kondition ein: leicht bis 5 km und 200 Höhenmeter, mittel bis 12 km oder 500 Höhenmeter, darüber schwer.

Und die Schneeschuhroute?

Auch Schneeschuhrouten sind pink signalisiert, die Wegweiser zeigen aber ein Schneeschuhpiktogramm. Sie führen meist abseits präparierter Wege, werden nicht gespurt und sind auf der Starttafel blau, rot oder schwarz eingestuft, je nach Steigung und Querneigung. Wer sie geht, muss die Gefahren im Gebirge kennen, auch Lawinen. Schneeschuhe und Stöcke sind Pflicht. Für einen ersten Wintertag ist der präparierte Weg die bessere Wahl. Wie die Sommermarkierungen zusammenhängen, steht im Beitrag zu Markierung und Schwierigkeit der Wanderwege.

Ausrüstung und Sicherheit

Vorausgesetzt werden feste Schuhe mit schneegriffiger Sohle oder Spikes und Kleidung nach dem Zwiebelprinzip. Eine Karte gehört dazu, ebenso Zwischenverpflegung, ein warmer Tee und eine Rettungsdecke. Bleib auf den signalisierten Wegen: Nur dort hat die Trägerschaft die Lawinengefahr abgeklärt. Wer sie verlässt, steht im freien Gelände, und dann ist das Lawinenbulletin des SLF die Grundlage jeder Entscheidung, nicht der Wegweiser.

Unterschätzt wird die Zeit. Kälte und Schnee drosseln das Tempo, und der Tag ist kurz. In schattigen Tälern verschwindet die Sonne um die Wintersonnenwende schon früh hinter den Bergen; im Val d’Anniviers nennen die Schweizer Wanderwege 14 Uhr für Grimentz. Plane deshalb mit Reserve und starte am Vormittag.

Planen mit SchweizMobil und den Bahnen

Die beste Übersicht bietet die Karte von SchweizMobil. Mit dem Layer «Winterwanderwege» siehst du das signalisierte Netz, die Best-of-Routen haben eigene Seiten mit Gehzeit, Höhenprofil und Haltestelle. Die Gehzeit ist reine Gehzeit, Pausen kommen dazu.

Ob ein Weg an einem bestimmten Tag offen ist, steht nicht auf der Karte. Das melden die Trägerschaften, meist auf der Seite des Ferienorts oder der Bergbahn und im Wintersportbericht von Schweiz Tourismus. Schau dort am Morgen nach, besonders nach Neuschnee. Beginnt der Weg an einer Bergstation, prüfst du zusätzlich den Winterfahrplan der Bahn, denn die letzte Talfahrt geht früh. Die 3S-Bahn Hoch-Ybrig etwa fährt im Winter täglich von 8.15 bis 16.45 Uhr.

Sieben Winterwanderwege im Überblick

Weg Region Start Gehzeit Anreise
Morteratsch-Winterwanderweg Oberengadin GR Morteratsch, Bahnhof 1 h 55 min, 6 km Zug ab Pontresina
Rundweg Zermatt Wallis Zermatt, Bahnhof 2 h 25 min, 7 km Zug bis Zermatt
Grütschalp–Mürren Berner Oberland Grütschalp 1 h 35 min, 4 km Luftseilbahn ab Lauterbrunnen
Lauenensee-Winterwanderweg Saanenland BE Lauenen 2 h 50 min, 9 km Bus ab Gstaad
Seeblisee–Fuederegg Hoch-Ybrig SZ Bergstation 3S-Bahn 45 min, bis Laucheren 1 h 15 min Bus ab Einsiedeln, 3S-Bahn ab Weglosen
Rigi-Panoramaweg Rigi LU/SZ Rigi Kaltbad 2 h 20 min, 7 km Luftseilbahn ab Weggis
Tannenboden–Seebenalp Flumserberg SG Tannenbodenalp 2 h 45 min, 8 km Gondelbahn ab Unterterzen

Morteratsch: zum Gletscher im Engadin

Der Weg beginnt am Bahnhof Morteratsch, den der Regionalzug ab Pontresina bedient, und führt auf einem breiten Naturweg in rund 50 Minuten zum Gletschersee und zur Zunge des Morteratschgletschers, des drittlängsten der Ostalpen. Sechzehn Tafeln erklären unterwegs, wie weit sich das Eis zurückgezogen hat. Die Berninagruppe ist die ganze Zeit vor dir. Für Familien gibt es ein Kinderbüchlein mit Schnitzeljagd. Hin und zurück sind es 6 km und 150 Höhenmeter, die beste Wahl für einen ersten Wintertag in Graubünden.

Hoch-Ybrig: kurze Wege für den halben Tag

Von Einsiedeln fährt der Bus nach Weglosen, von dort die 3S-Bahn hinauf. An der Bergstation beginnt der Spazierweg am Seeblisee entlang und durch ein Stück Wald zum Restaurant Fuederegg, 45 Minuten. Wer weitergehen mag, folgt dem Winterpfad über die hintere Fuederegg in einer halben Stunde nach Laucheren. Die Bahn nennt zwei weitere Wege: zum Pistenrestaurant Stäfel und eine Stunde auf dem Pistenweg zwischen den Sesselbahnen Sternen und Hesisbol, mit Blick ins Muotatal und zum Druesberg. Das passt, wenn ein Teil der Familie Ski fährt und du trotzdem draussen sein willst. Mehr zur Region im Beitrag über das Wandern in der Zentralschweiz.

Grütschalp–Mürren: Eiger, Mönch und Jungfrau im Blick

Die Luftseilbahn bringt dich von Lauterbrunnen auf die Grütschalp. Der Weg folgt der Bergbahn nach Mürren, steigt gemächlich am Hang entlang, mal durch lichten Bergwald, mal über offene Weiden, und das Dreigestirn steht während der ganzen Tour gegenüber. Hat es länger nicht geschneit, geht er sogar mit dem Kinderwagen. Im autofreien Mürren wartet eine offene Eisbahn, zurück geht es mit Bahn und Seilbahn. Weitere Ziele in der Gegend stellt der Beitrag zum Berner Oberland vor.

Die übrigen vier

Der Rundweg Zermatt führt vom Bahnhof zur Barockkapelle von Blatten, über eine Holzbrücke an der Gornera und zur Findelbachbrücke, die 93 Meter lang in rund 50 Metern Höhe über den Bach spannt. Am Lauenensee steigst du ab dem Dorf durch Wald zum See im Naturschutzgebiet und kehrst durch das Flachmoor Rohr zurück. Der Rigi-Panoramaweg liegt auf dem Trassee der früheren Bahn nach Rigi Scheidegg, mit Tunnel und alten Brücken; zurück fährt die Luftseilbahn nach Kräbel und die Bahn nach Goldau. Auf der Seebenalp am Flumserberg liegen drei Bergseen mit Blick auf Walensee und Churfirsten, zurück geht es auf dem gleichen Weg.

Welcher Weg für wen

Für den ersten Versuch und mit Kindern passen Morteratsch und Grütschalp–Mürren: kurz, fast flach, mit Ziel und klarem Rückweg. Hoch-Ybrig eignet sich für einen halben Tag neben der Piste. Für einen ganzen Tag mit Kondition nimmst du den Lauenensee oder die Seebenalp, für eine Streckenwanderung ohne Steigung den Rigi-Panoramaweg, der bis kurz vor Rigi Scheidegg flach bleibt. Im Herbst davor helfen die Herbstwanderungen über die Zeit bis zum ersten Schnee.

Häufige Fragen

Wann sind die Winterwanderwege in der Schweiz offen?

Je nach Schnee etwa von Dezember bis März. Präpariert wird erst, wenn genug Schnee liegt, und am Saisonende wird die Signalisation entfernt. Ob ein bestimmter Weg offen ist, meldet die Trägerschaft auf der Seite des Ferienorts oder der Bergbahn.

Brauche ich für einen Winterwanderweg Schneeschuhe?

Nein. Winterwanderwege sind präpariert, feste Schuhe mit griffiger Sohle oder Spikes genügen. Schneeschuhe brauchst du nur auf Schneeschuhrouten, die nicht gespurt sind.

Sind Winterwanderwege lawinensicher?

Die Trägerschaften legen sie so an, dass möglichst keine Lawinengefahr droht, und sperren sie bei Bedarf. Diese Abklärung gilt nur auf dem signalisierten Weg. Abseits davon brauchst du das Lawinenbulletin des SLF und das Wissen, es zu lesen.

Wie lange dauert eine Winterwanderung?

Die meisten signalisierten Wege sind auf bis drei Stunden ausgelegt und nicht länger als 12 km. Rechne mit mehr Zeit als im Sommer, weil Schnee das Tempo drosselt und der Tag früh endet.

Betriebszeiten der Bergbahnen und Wegnetz: Stand Oktober 2026.

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Wanderweg, T1–T2Bergwanderweg, T2–T3Alpinwanderweg, T4–T5Was die Markierungen bedeuten